Es muss im November 2002 gewesen sein, da sah Julien-Phillipe MERCIER, genannt JP, ein 1961 geborener französischer Elektronikmusiker, Produzent, Klangtüftler und Sammler seltener Synthesizer aus Lyon, die Pianistin Claire DELMAS als Teil eines klassischen Orchesters bei einem Konzert in Aubervilliers bei Paris. Die damals 22-jährige Multiinstrumentalistin aus Chalon-sur-Saône mit einem Herz für Violine, Cello und einem eigenen Steinway-Flügel sprach ihn nach dem Konzert an, da Mercier bereits mehrfach mit dem bekannten Keyboarder Dominique Perrier (1948–2023; bekannt durch seine Band SPACE ART und der Zusammenarbeit mit Jean-Michel Jarre) zusammengearbeitet hatte.
Claire Delmas, genannt CD, wollte damals von ihm wissen, was die besten Instrumente und Klangerzeuger sind, mit denen sie Synthesizermusik machen könne. Man kam ins Gespräch und sie schickte ihm Demobänder eigener Kompositionen zu, die sie im Hause ihres Großvaters mit geliehenen Synthis aufgenommen hatte. JP gefiel ihre Mischung aus klassischen Pianosounds und CD sagte ihm ohne Umschweife, dass sie eine eigene Platte machen und finanziell erfolgreich werden müsse, da sie den Steinway noch einige Jahre abzubezahlen habe. Man vereinbarte Probeaufnahmen, bei dem Claire ausgiebig JPs Synthesizer-„Fuhrpark“ nutzen durfte und im Sommer 2003 gegründeten beide das Duo LES ASTRONAUTES ROMANTIQUES / LAR.

Mercier war einst Philosophiestudent – was man seiner Musik anhört: Jeder Ton ist eine kleine Überlegung über Zeit, Raum und Liebe. Angeeignet hat er sich dieses Faible auch durch den Kontakt zu internationalen Klangtüftlern, in deren Umfeld er in dem 1990ern einige Jahre lang wirken und lernen durfte. Heute trainiert er Künstliche Intelligenzen im Musikbereich und hat sich auf Sequenzersounds und Eletronische Drums spezialisiert. Delmas dagegen verleiht den Songs der romantischen Astronauten zurückhaltende Substanz und eine fast ätherisch-menschliche Note. Vom staatlichen französischen Rundfunk zur Tonmeisterin ausgebildet ist sie auch die treibende Kraft hinter dem LAR-Sound.
Es dauerte jedoch noch zweieinhalb Jahre, bis 2006 mit „Visite en Chine“ (dt. „Besuch in China“), das erste Album der romantischen Astronauten auf JPs Hauslabel 10TACLE erschien. Seither ist klar: Mercier und Delmas erschaffen Klangwelten, in denen analoge wie digitale Klangerzeuger, Vocoder- und Computerstimmen mithilfe von melancholischen Melodien, klassischen Pianosounds und Orchestermusik mit elektronischen Elementen im Takt tanzen, „so wie Saturns Planetenmonde im Orbit“, wie „Paris Match“ es poetisch umschrieb. Und beide machen es paritätisch, heißt: sie legen abwechselnd fest, wer für das kommende Album hauptverantwortlich zeichnet. War es bei „Visite en Chine“ JP gewesen, so konzipierte Delmas das Nachfolgealbum „Multipass“, Mercier war für „Aquanaute“ zuständig, CD für „Le Roi Soleil“ und so weiter. „Der Altersunterschied von zwanzig Jahren spielt bei uns überhaupt keine Rolle“, sagt Mecier und fügt an: „Wichtig ist, dass wir und blind verstehen aufgrund der Arbeitsteilung keinerlei Machtkämpfe gibt.“
Zu hören ist auch Musik der Solo-Alben „Le retour du synthétiseur“ (erschienen 1991) und „Planet Earth“ (= 2003) von JP Mercier sowie „Une planète appelée Arrakis“ (= 2016) von Claire Delmas. Die Alben zeigen recht klar, wer songtechnisch für was bei den Liedern der romnatischen Astronauten verantwortlich ist. Claire ist diejenige, die kompositorische Momente einbringt und JP rundet das Ganze mit seiner jahrzehntelangen Erfahrung im Bereich der elektronischen Musik ab. Außerdem übernimmt er fast alle Parts auf den elektronischen SIMMONS-Drums, während Claire die Cello- und Violinenparts beisteuert und natürlich die Momente, bei denen das Klavier im Vordergrund steht. – Mehr Infos gibt es wie immer auch auf www.suprnova.info!

DIE MUSIKALBEN DER SENDUNG / AUS DEM PODCAST FINDET MAN HIER ==>„Visite en Chine [deLuxe Edition]“ von LES ASTRONAUTES ROMANTIQUES https://suno.com/playlist/3755eb16-f736-40b1-ac69-03ff87d1d521(klick!) ||||| „Le retour du synthétiseur“ von JP Mercier https://suno.com/playlist/041de407-e12f-41fa-8ec3-d7dfe29bc932(klick!) ||||| „Planet Earth“ von JP Mercier https://suno.com/playlist/d416903b-6fda-4602-b541-17af5260f544(klick!) ||||| „Une planète appelée Arrakis“ von Claire Delmas https://suno.com/playlist/95e6bde4-1606-4228-8580-b1eb80600e80 (klick!)
