Heute starten wir mit zwei neuen Songs der KI-Rapperin ANNA CHCHI. Mit „Fuck-it Liste“ liefert sie die deutsche Version des Titels „F_ck-it-List“ von EYON. Der Text ist denkbar einfach: „[Chorus] Es gibt die Bucket-Liste – Ich hab meine Fuck-it-Liste. Ich hab meine Fuck-it-Liste, weil es die Bucket-Liste gibt (u.s.w.) Toxische Menschen. Leere Versprechen. Endloses Drama. Schlechte Gewohnheiten. Die Meinungen anderer. Harter Vergleichsstress. Scheiß große Angst. Schwere Schuldgefühle. Verschwendete Zeit. Falsche Liebe. Entscheid dich selbst, was du willst. [Chorus] Es gibt die Bucket-Liste – Ich hab meine Fuck-it-Liste. Ich hab meine Fuck-it-Liste, weil es die Bucket-Liste gibt (u.s.w.)“

Und es gibt „Scheiss drauf“, das Vocoder Manifest, wass Anna ebenfalls von EYON übernommen hat. Hier heißt es (= Text von Rainer W. Sauer): „[Intro] Vocoder-Traum. Signal in meinem Kopf. Einschalten, abschalten. Fuck-it-Liste – START!
[Strophe 1] Wir alle laufen mit einer Liste herum, die wir nicht sehen können. Unsichtbare Seiten, die uns zuflüstern, wer wir sein sollen. Körper, Karriere, Privatleben – alles aufgereiht, optimiert, kategorisiert, stets zur Schau gestellt. Jeder Atemzug ist eine Vorgabe, ein Kästchen zum Abhaken. Jeder Herzschlag eine Deadline, ein cleverer Trick. Doch wenn die Schaltkreise versagen, wenn die Updates fehlschlagen. Wer bist du dann noch – ohne das Märchen von der Optimierung?
[Refrain] Also frag dich selbst, frag dich selbst – ganz in Ruhe
Wer hat die Regeln geschrieben, die dir vorschreiben, wohin es gehen soll?
Wer hat die Messlatte so hoch gelegt, dass du dich fast zu Tode quälst, um sie zu erreichen? Wer profitiert davon, wenn du nicht einfach sagen kannst: Scheiß drauf! Scheiß drauf! Scheiß drauf, wenn du nicht einfach sagen kannst: Scheiß drauf
[Strophe 2] Deine innere Stimme sagt dir, du sollst Hobbys haben, die abgefahren sind: Eine Sprache lernen, einen Berg besteigen, dich beim Sport verausgaben. Und auf dem Social-Media-Bildschirm wirkt das alles noch viel tiefgründiger. Produziere 24/7 Content, sammele Likes wie die Bienen Nektar. Und gestalte deinen Körper und dein Gesicht wie nach einem exakten Bauplan. Sexy und stark; gerade so weit definiert, dass es deinen Leuten gefällt. Zu muskulös – und schon wirkst du kalt; zu fett – dann sieht alles „falsch“ aus. Die Kalibrierung des eigenen Fleisches: ein lebenslanges Projekt – denkst du. [Refrain]
[Strophe 3] Du willst die perfekte Liebe – mit Drehbuch und Happy End auf Stichwort. Und schenkst der Welt ein inszeniertes Foto mit wunderschöner Aussicht. Sex wie im Handbuch, Kapitel für Kapitel. Du darfst dir etwas wünschen – aber nicht zu viel, sonst wird der Sex zu anstrengend. Du möchtest Kinder, sorgsam behütet wie Trophäen im Regal. Zwei oder mehr – sonst hast du vor deinem Zukunfts-Ich versagt. Jede Entscheidung von die ist ein Punkt in einem verborgenen Spiel. Dein „Clan“ schenkt dir Zuneigung – oder auch nicht… [Refrain]
[Bridge]
Warum ist mein Arbeitsleben wie ein Käfig? / Warum schufte ich bloß, um mir mit meinem Lohn ein wenig Fame zu kaufen? / Warum perfektes Aussehen, warum viele Reisen, warum inszenierte Beweisfotos? / Warum bezahle ich dafür, meinen eigenen Herzschlag zu spüren? / Warum schmeckt mancher Monat in meinem Mund nach Rost? / Warum zittere ich, wenn andere mir Einladungen senden? / Warum muss Tradition ein Ritual des Schmerzes sein? / Warum steige ich immer und immer wieder ein in diesen Zug anstatt zu laufen? / Ist die Dreißig eine Grenze auf einer imaginären Landkarte? / Ist eine bestimmte Sache verboten, sobald man eine gewisse, abstrakte Schwelle überschritten hat? / Wer hat Angst vor einer Frau, die alleine ist? / Wer hasst sie, wenn sie ihren eigenen Thron besteigt?
[Strophe 4]
Man sagt, dein Wert bemisst sich daran, was du erschaffst und leistest. Und überall siehst Du gestapelte Erfolge, wie eine Skyline am Horizont. Erklimm die Karriereleiter, lächle, sei freundlich, übe dich in Gelassenheit, während du fast den Verstand verlierst. Achtsame Morgenstunden, kuratierte Nächte, Urlaubsabenteuer im Licht der Filter-App. Wenn du dich nicht stetig verbesserst, fällst du zurück. Wenn du dich nicht weiterentwickelst, verschwendest du nur deine Zeit.
[Refrain] Also frag dich selbst, frag dich selbst – ganz in Ruhe
Wer hat die Regeln geschrieben, die dir vorschreiben, wohin es gehen soll?
Wer hat die Messlatte gelegt, die du verzweifelt zu erreichen suchst?
Wer profitiert davon, wenn du nicht einfach sagen kannst: Scheiß drauf! Scheiß drauf! Scheiß drauf, wenn du nicht einfach sagen kannst: Scheiß drauf!
[Outro]
Mach dir deine „Fuck-it-Liste – Zeile für Zeile. Streich all die „Mast-haves“ durch, die niemals wirklich deine waren. Lass all die Stunden los, die du damit verbracht hast, dich falsch zu optimieren. Atme dein Leben ein, atme aus: Fuck it. Fuck it. Fuck it. Signal verschwindet. System wird bereinigt. Vocoder-Message: DU BIST ENDLICH FREI!„

Danach wirdmen wir uns dem ISS (wie das INTERSTELLAR SAUCER SYNDICATE auch genannt wird). Dessen Legende ist ebenso typisch wie untypisch für die Zeit der beginnenden 1980er Jahre, als es einen Wandel im Bereich des Progressive Rock gab. Ab Ende der 1960er Jahre waren hier eher psychedelische Klangmalereien an der Tagesordnung: komplex, lang, experimentell und fast schon symphonisch. Bands wie Yes, King Crimson, Genesis, ELP oder Rush veröffentlichten Songs von 10 bis 25 Minuten Länge mit mehreren musikalischen „Kapiteln“ innerhalb eines Stücks. Es gab häufige Taktwechsel, klassische Einflüsse und die Bands oder Künstler des Genres veröffentlichten oft Konzeptalben. (Lesen Sie hier weiter!)

Das faszinierende am INTERSTELLAR SAUCER SYNDICATE war, dass bei ihm der Prog-Rock nicht nostalgisch wurde, sondern direkt in die Zukunft ging mit vielem, was später sowohl in die Ambient Music als auch den Goa-/Ibiza-Trance oder Psychedelic Electronica und elektronische Dance-Musik mündete. Die ISS-Alben „Sunpower“ (1983), „UFOS at Lightspeed“ (1986) und das Album „Live on Mars“ (1989) werden deshalb auch heute noch sowohl von Prog-Fans, Ambient-Hörern, Psychedelic-Trance-Anhängern als auch Elektronik-Musikern gleichermaßen verehrt. Obwohl sich das UFO-Syndikat 1991 auflöste investierte die ISS-Plattenfirma GLOBA Ende der 1990er Jahre sogar noch einmal Geld in eine Werbecampagne, bei der sie – um die neu gemasterten ISS-Alben zu promoten – klarstellte, dass die frisch errichtete und seit dem November 2000 dauerhaft von Raumfahrern bewohnte internationale Weltraumstation ISS „nicht mit dem INTERSTELLAR SAUCER SYNDICAT verwechselt“ werden solle. Der Slogan damals: „No UFO, Just Cosmic Glow.“ – Mehr Infos gibt es wie immer auch auf www.suprnova.info!

DIE MUSIKALBEN DER SENDUNG / AUS DEM PODCAST FINDET MAN HIER ==>„Fuck-it Liste (Anna-log-noch-nie-Version)“ vom ANNA CHICHI https://suno.com/song/9405ee78-f275-42d6-89a5-b2e8348d2900 ||| „Scheiß drauf“ vom ANNA CHICHI https://suno.com/song/643c36c2-9dec-4bba-85d9-fd02742dc6f9 ||| „Sunpower“ vom INTERSTELLAR SAUCER SYNDICATE https://suno.com/playlist/bc318b29-4320-43c9-838c-3ce571053d66 (klick!) ||||| „UFOs at Lightspeed“ vom INTERSTELLAR SAUCER SYNDICATE https://suno.com/playlist/35fdfbfa-822e-4b99-9500-3b9ffe8b8218(klick!) ||||| „Live on Mars“ vom INTERSTELLAR SAUCER SYNDICATE https://suno.com/playlist/ed332e47-5297-4773-b582-91420a07af12(klick!) ||||| „Chain Reaction“ von PATRICK CHAIN https://suno.com/playlist/cb72704c-a721-4293-9c51-110cb996c90a (klick!)
