[28.06.2026]

TRIBOTS entstanden Anfang der 2010er Jahre in Dresden. Die drei Musiker lernten sich an der Kunstakademie und in der elektronischen Underground-Szene der Stadt kennen. Alle drei beschäftigten sich mit der Frage, wie Menschen und Maschinen künftig zusammen Musik erschaffen würden.

Während andere Künstler Computer lediglich als Werkzeuge betrachteten, begannen sie ein Experiment: Sie entwickelten digitale Alter Egos – ihre „Tribots“. Die Idee war einfach: Jeder Mensch besitzt mehrere Persönlichkeiten, mehrere Stimmen und mehrere Identitäten. Warum sollte eine Band nicht ebenfalls aus menschlichen und künstlichen Anteilen zugleich bestehen? Die drei Mitglieder traten fortan nur noch unter ihren programmierten Identitäten auf: KONRAD NULL – Synthesizer, Sequenzen, Robotervoice /// MARTIN EINS – Vocoder, Textgenerator, künstliche Stimmen /// YUKI ZWEI – Melodien, menschliche Gesänge und Harmonien.

Im Gegensatz zur kühlen Maschinenästhetik früherer Elektronikpioniere wie beispielsweise KRAFTWERK aus Düsseldorf wollten TRIBOTS die menschliche Seite der Technologie zeigen. Ihre Musik schwankt bewusst zwischen kalter Präzision und emotionalen Momenten. Manche Stücke werden vollständig von künstlichen Stimmen gesungen, andere klingen beinahe so, als stünden echte Menschen vor dem Mikrofon. 2022 erschien das Debütalbum „DA/DA“, eine Sammlung von Liedern über digitale Identität, Simulation, Sprache und die Frage, ob das Leben nicht vielleicht nur aus Nullen und Einsen besteht. Stücke wie „Die Intelligenzmaschine“, „Simulationswelt“ und „Null Eins“ etablierten den typischen TRIBOTS-Sound.

Besondere Aufmerksamkeit erhielt der Roboter-Rap „Scheiss drauf“, der sich überraschend gegen Leistungsdruck und Selbstoptimierung richtet. Das Lied stellt die einfache Frage: „Wer hat die Regeln geschrieben, nach denen du dein Leben führst?“ Damit wurde der Song zu einer Art humanistischem Manifest der Band. Die zweite Veröffentlichung war eine EP mit dem passenden Namen „EP“ (2023) bestehend aus TRIBOTS Material des Debutalbums in überarbeiteten Versionen. Songs wie „Cinema (Das Leben ist ein Film)“ und „ichi – ni – san – shi – go – roku – shichi – hachi“ erweiterten die musikalische Welt von TRIBOTS um filmische und japanisch inspirierte Elemente. 2026 folgte „WIR“, das das Bandkonzept vertiefte. Der Titel spielt gleichzeitig auf die klassische Extended Play, auf den Begriff „Episode“ und auf die Idee der drei elektronischen Persönlichkeiten an. Doch weiterin bleibt unklar, wo die Menschen enden und wo die Maschinen beginnen.

Die Band beantwortet diese Frage in Interviews stets gleich: „Wir sind keine Roboter. Aber wir sind auch nicht nur Menschen.“ Die offizielle Erklärung für den Bandnamen lautet übrigens: TRIBOTS = TRIple Binary Organism Technology System und bedeutet: Drei Wesen zwischen Mensch und Maschine, die gemeinsam eine neue Form elektronischer Musik erschaffen. Oder auf Deutsch: Dreifaches binäres Organismus-Technologie-System.

Im Anschluss folgt auf Wunsch vieler Hörerinnen und Hlrer die Wiederholung des KI-Livekonzerts von LES ASTRONAUTES ROMANTIQUES / LAR vom letzten Sonntag, das auf der Esplanade Lamartine im französischen Mâcon stattfand – der Uferpromenade an der Saône. Dort fand an diesem Tag die traditionelle Fête de la Musique statt. LAR sind Julien-Phillipe Mercier und Claude Delmas und die hatten zu ihrem „Mitsommer-Konzert“ auch musikalische Gäste eingeladen, darunter L’Orchestre Mâcon SymphonIA und Musiker der Weltmusikgruppe Bruno Zurbrueggen & Friends. Die Musik des Konzerts wurde von JP und Claire speziell für ihr „MIDSUMMER CONCERT“ neu geschrieben und zusammengestellt und wird auch in ein neues Livealbum münden, obwohl darin durchaus Einflüsse und Themen aus ihren verschiedenen Studioalben der letzten Jahre zu erkennen sind. Das Konzert ist etwa um 20:45 zu hören.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert